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Der sogenannte Maßnahmenvollzug für besonders gefährliche Rechtsbrecher hat sich zum heimlichen Guantanamo entwickelt: Man kommt leicht hinein und kaum wieder hinaus. Schafft der Justizminister die Reform?

Michael Bencza, 36, holte die Bücher aus den Schachteln und schlichtete sie in Zweierreihen in die Holzregale: juristische Literatur, theologische Werke, jede Menge Thriller. Die Vorhänge fehlen noch, behaglicher als die Gefängniszelle am Mittersteig ist die winzige Erdgeschosswohnung im 16. Wiener Gemeindebezirk aber allemal. Nur an das Gitter vor dem Küchenfenster muss er sich noch gewöhnen. Er kann es nicht oft genug auf und zu machen. Er träumt es nicht, er ist wirklich frei.

Sechs Jahre Gefängnis hatte der Mann mit den platinblonden Haaren wegen eines Gewaltdelikts bekommen – und eine „Maßnahme“. Der Psychiater, der ihm zunächst nur eine „auffällige Persönlichkeitsstruktur“, aber keine höhergradige Abnormität attestiert hätte, änderte seine Meinung, nachdem Bencza mit einem anderen U-Häftling in Streit geraten war.

Edith Meinhard im PROFIL vom 2.2.2015

Weiterlesen: http://www.profil.at/oesterreich/justiz-oesterreichs-guantanamo-massnahmenvollzug-5448656

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