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Eine „Gegendarstellung“ von Christian Schober

Meinen neuen WOBES-Sozialarbeiter Christian Gottschal zuliebe, schreibe ich etwas zu einem vergangenen Artikel von mir.

Ich werde mich nicht von meinem Artikel (hier abrufbar) distanzieren. Würde aber heute, da ich nicht mehr zornig bin, eine feinere Wortwahl wählen. Es war noch nie in der Geschichte der Menschheit gut, wenn jemand tun und lassen konnte was er wollte. Wir leben in einen Rechtsstaat mit Rechten und Pflichten, und ich habe nur meine Meinung geäußert.

Ich habe drei Jahre Strafe bekommen und bin neun Jahre im Maßnahmenvollzug gesessen. Was ich in diesen Jahren an Demütigung, Folter und Diskriminierung erlebt habe, machen verständlich, dass auch ich einmal die Nase voll habe. Man glaubt ja, nach der Entlassung in Ruhe sein Leben wieder aufbauen zu können. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die vielen Verpflichtungen die man als Ex-Maßnahmenpatient hat, machen es nahezu unmöglich einer geregelten Arbeit nachzugehen.

Wenn sie der Meinung sind, dass im österreichischen Strafvollzug alles in Ordnung ist, so besitzen sie den Mut, einen Artikel darüber zu schreiben. Wir, der Verein SIM, werden ihn gerne veröffentlichen.

In übrigen macht mir die Vorgangsweise, „wenn Sie sich von ihrem Artikel nicht distanzieren,  fliegen Sie aus der WOBES“ einfach nur Angst. Denn in der Schule habe ich gelernt: es gibt Judikative, Legislative und Exekutive.

Sollt ich wegen meinem, im Netz veröffentlichen, Artikel aus der WOBES fliegen, so haben sie es tatsächlich geschafft, zumindest zwei der Säulen dieses Staates auszuschalten

In übrigen ist die Wohnung, aus der ich trotz Fersensporn unbedingt ausziehen musste, bis heute nicht neu bezogen.

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